Rückblick auf das erste Arbeitstreffen 2017

Hoch motivierte Tiroler FeldherpetologInnen beim ersten Arbeitstreffen 2017

Trotz der unbewussten Terminwahl auf den Faschingsdienstag und Konkurrenz zu  Faschingspartys und Maskenbällen, trafen sich acht HerpetologInnen zum ersten Arbeitstreffen in diesem Jahr und liessen sich von Schneesturm und teils weiter Anfahrt aus den entferntesten Tiroler Bezirken nicht abschrecken.

Gerda Ludwig stellte das Jahresprogramm und unser  Projekt „Weisse Flecken“ vor.  Alle Anwesenden haben den Anstoß vermehrt herpetofaunistische Daten, insbesondere in den schlecht dokumentierten, entlegenderen Teilen Tirols zu sammeln, mit vorfrühlingshaftem Elan aufgenommen. Dabei soll primär die existierende, bewährte und fachlich fundierte Online-Meldeplattform auf www.herpetofauna.at genutzt werden und die Zusammenarbeit mit dem Naturhistorischen Museum Wien noch vertieft werden.

Dem Faschingscharakter wurde mit dem Verzehr von Krapfen und einer amphibischen Verkleidungsversuch Respekt gezollt. Es ist weiters geplant den Faschingsdienstag in Zukunft als tirolisch-herpetologischen Pflichttermin zu etablieren, wobei eine Teilnahme nur für als Lurch oder Reptil verkleidete Personen erlaubt sein wird.

Angenehmerweise können wir während des Umzugs der Naturwissenschaftlichen Sammlung nach Hall den Biologiesaal des Akademischen Gymnasiums Innsbruck nutzen. Herzlichen Dank an Direktor HR. Helmuth Aigner.

 

Das hier abgebildete Exemplar wurde von den Abwesenden vorbehaltlich als Bufo cf bufo determiniert und in der Schulsammlung des Akademischen Gymnasiums hinterlegt, obwohl noch keine offizielle Sammelbewilligung seitens des Amts der Tiroler Landesregierung vorliegt. 

 

 

Rückblick auf die Exkursion zum Völser Teich

Am 11.5.2016 fand unsere Exkursion zum Völser Teich statt. In Summe erfreuten sich 12 HerpetologInnen, verstärkt durch einige rührige Mitglieder der ARGE Völser Teich an einem für Tiroler Verhältnisse fulminanten Laubfroschkonzert. Es gelang uns zumindest einzelne Vertreter aller lokal vorkommenden Lurche zu beobachten (Teichmolch, Bergmolch, Grasfrosch, Erdkröte, Wechselkröte und Gelbbauchunke). Krönenden Abschluss bildete die Rettung etlicher in Kanaldeckeln gefangener Erdkröten und Molche - eine leider stark unterschätzte Gefahr für Amphibien und Kleintiere im Siedlungsraum.

Rückblick auf die Exkursion ins Mühlauer Fuchsloch am 1.4.2016

Am 1.4.2016 fanden sich immerhin 11 Mitglieder der Herpetologischen Arbeitsgemeinschaft im Mühlauer Fuchsloch zur ersten Exkursion ein. In diesem kleinen aber feinen Feuchtgebiet mit mehreren künstlich angelegten Tümpeln am nordöstlichen Stadtrand von Innsbruck kommen Grasfrosch, Erdkröte, Bergmolch, Teichmolch (in den 1980er Jahren künstlich angesiedelt), Ringelnatter, Schlingnatter, Blindschleiche, Mauer- und Zauneidechse vor.

Mag. Sylvia Auer, die gemeinsam mit Ihrem Mann Wolfgang Auer das Feuchtgebiet liebevoll und fachkundig betreut, stellte den Exkursionsteilnehmern im Rahmen einer kleinen Einführung das Fuchsloch vor.

Unsere Veranstaltung hatte zwei wichtige Programmpunkte:

  • Desinfektion von Exkursionsausrüstungsgegenständen (Netze, Stiefel…) zur Vorbeugung der Verschleppung der Chytridiomykose und Rana-Virus.

Zu diesem Zweck wurde die fachgerechte Desinfektion mit Virkon und Chlorbleiche demonstriert (siehe auch https://www.ehp.qld.gov.au/licences-permits/plants-animals/documents/tm-wl-amphibian-hygiene.pdf).

  • Laichballenzählung

Das Zählen von Laichballen des Grasfrosches, eine übliche und bewährte Methode zur Bestandesschätzung von Braunfröschen ist oft subjektiv. Alle Teilnehmer erhoben daher unabhängig voneinander die Laichballenzahlen in allen Gewässern. Da zuvor die Anzahl von Laichballen in Abstand von 3 Tagen durch Wolfgang Auer akribisch seit dem Laichbeginn bestimmt wurde, sind wir schon gespannt, was die Auswertung dieser Zähldaten ergeben wird!

Nach einer Nachbesprechung in einem nahe gelegenen Gasthaus, erfreute sich ein harter Kern noch am Fortpflanzungsgeschehen von Erdkröte, Teich- und Bergmolch im Stirnlampenschein.

 

Rückblick auf die Gründungsversammlung der Arge Feldherpetologie am 17.2.2016

Insgesamt 26 Personen fanden sich letzte Woche zum Gründungstreffen der neuen Herpetologischen Arbeitsgemeinschaft in der naturwissenschaftlichen Sammlung ein.

Zwei sehr interessante Vorträge bildeten die Highlights unseres ersten Treffens: Maria Schindler aus Wien berichtete über das umfangreiche Schutzprojekt für die in Österreich vom Aussterben bedrohte Europäische Sumpfschildkröte Emys orbicularis im Nationalpark Donauauen und wies zudem auf den gefährlichen  und für den Naturschutz sehr problematischen Wildwuchs von Aussetzungen dieser Art in Mitteleuropa hin.

Gerda Ludwig fasste ihre umfangreichen Untersuchungen zum Überwinterungsverhalten und höhenbedingten Anpassungsstrategien des Grasfrosches Rana temporaria zusammen, die im Mühlauer Fuchsloch und im Fotscher Tal durchgeführt wurden.

Die Ziele unserer Arge und unser vorläufiges Jahresprogramm wurden vorgestellt. Wir wollen die herpetofaunistische Kartierung von Amphibien und Reptilien in Tirol fördern, den regionalen Schutz dieser beiden leider stark gefährdeten Tiergruppen vorantreiben und für eine bessere Vernetzung unter den in Tirol tätigen privaten und professionellen HerpetologInnen sorgen.

Unsere Arge wird gleichzeitig als regionale Arbeitsgruppe der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie (ÖGH) geführt. Eine enge Zusammenarbeit mit der Herpetologischen Sammlung am Naturhistorischen Museum im Wien ist vorgesehen.